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CTHULHU: 99 Verdammte
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CTHULHU: 99 Verdammte
Publisher: Pegasus Press
by Roger L. [Featured Reviewer]
Date Added: 04/21/2023 01:44:13

https://www.teilzeithelden.de/2023/04/15/rezension-99-verdammte-cthulhu-schneller-start-fuer-die-horror-runde/

Detailreich, inklusiv und übersichtlich gestaltet – im Cthulhu-Zusatzband 99 Verdammte von Pegasus Spiele stehen 99 interessante Persönlichkeiten für die eigene Pen-and-Paper-Runde bereit. Die Investigator:innen eignen sich dabei gleichermaßen als Spielcharaktere oder Nebenfiguren der Spielleitung. Mehr zu den spannenden Hintergrund-Geschichten und Ideen im Band erfahrt ihr hier.

Der Tisch ist aufgebaut, die Würfel platziert und das Cthulhu-Abenteuer vorbereitet. Was fehlt, sind noch die Charaktere der Spielenden für die Runde. Aber bleibt bei der Erschaffung der Gruppe noch genug Zeit zum Spielen? Eine schnelle Lösung bietet da der Zusatzband 99 Verdammte von Pegasus Spiele. In diesem finden Spielende eine Reihe an interessanten und schillernden Persönlichkeiten mit allen nötigen Informationen, um sofort loszulegen. Wie gut das funktioniert, hängt von den auswählbaren Charakteren ab. Wer sind die armen Seelen, die sich dem Grauen des Mythos stellen?

Der Inhalt: Welcher Charakter darf es sein?

In 99 Verdammte ist die Vorgabe klar gesetzt: eine große Auswahl an Investigator:innen zeigen, die für eine Pen-and-Paper-Runde verwendet werden können. Insgesamt acht Autoren haben dafür fast eine Hundertschaft an Charakteren erschaffen, die jeweils über ihre ganz eigene Hintergrundgeschichte und Motivationen verfügen. Wie im Vorwort nachzulesen ist, wurden alle Figuren regelkonform erstellt. Einige der Charaktere verfügen über höhere Fertigkeitswerte, was sie zu einer guten Ergänzung in einer fortgeschrittenen Kampagne macht. 27 der 99 Personen hatten zudem bereits Kontakt mit dem Mythos, was bei manchen nicht ohne Nachwirkungen blieb. Damit die Spielleitung nicht umständlich suchen muss, gibt es für die beiden genannten Kategorien eigene Tabellenübersichten in der Einleitung.

Alle Charaktere werden nach dem gleichen Aufbau vorgestellt.

Zur Übersichtlichkeit sind die Berufe alphabetisch sortiert. Alle Charaktere im Band werden in einem einheitlichen Aufbau auf zwei Seiten vorgestellt. Auf der linken Seite finden sich beispielsweise Informationen über Wohnort, Alter, sowie eine kurze Zusammenfassung für die Lesenden. Auch die klassischen Fertigkeiten und Kampfwerte sowie Angaben zum persönlichen Hintergrund werden aufgeführt. Die rechte Seite erzählt ausführlicher die Lebensgeschichte der Investigator:innen und liefert weitere Details. Hinzu kommt eine Übersicht zur Ausrüstung und dem Besitz des Charakters sowie zu den finanziellen Mitteln. Für einen schnellen Start ohne lange Vorbereitung können diese Angaben alle übernommen werden. Den Lesenden wird aber in der Einleitung angeboten, nach Belieben Änderungen vorzunehmen. Schließlich sind die aufgeführten Persönlichkeiten als Schablonen für die eigene Runde am Tisch gedacht.

Inklusiver Horror: Vor dem Mythos sind alle gleich

Besonders hervorzuheben ist die Diversität der Charakterauswahl in 99 Verdammte. Statt mit einer Hundertschaft an Herren abgespeist zu werden, finden sich insgesamt 41 Frauen unter den Investigator:innen. Diese brechen auch bei der Berufswahl aus tradierten weiblichen Rollen heraus und zeigen, dass sie in den 1920ern wie in der Gegenwart auch allein gut für sich selbst sorgen können. Beispielsweise haben Spielende die Möglichkeit, eine Altertumsforscherin, Juristin, Kopfgeldjägerin, Spionin oder Zoowärterin zu verkörpern. Gleichzeitig gibt es klassischere Stereotype wie die Sekretärin oder Bibliothekarin. Hinzu kommen zwei queere Charaktere für eine Cthulhu-Runde in der Gegenwart, die sich gut in einige Settings einbinden lassen.

Von wegen nur Haushalt: Wieso nicht mal eine fähige Kunsträuberin spielen?

Über die geschlechtliche Identität hinaus wurde auch bei der sozialen Schicht auf ein breiteres Spektrum geachtet. Vom bettelarmen Hobo bis zum reichen Müßiggänger sind alle Gruppen der Gesellschaft vertreten. Sowohl aus dem Grundregelwerk als auch aus weiteren Berufe-Bänden wurde hier eine gute Mischung gefunden. Auch für Abenteuer mit kriminellen Einflüssen ist die Auswahl groß. Interessant sind hier mehrere alternative Motive in den Hintergrundgeschichten, wie es zum ersten Gesetzesbruch kam.

Allgemein erhalten die Beschreibungen der Charaktere eine Auswahl diverser Schicksalsschläge, etwa der Verlust geliebter Menschen. Beim Einlesen in die Charakterbeschreibungen finden sich außerdem einige Personen, die körperliche Behinderungen haben. Das hält sie dennoch nicht davon ab, Herausforderungen anzunehmen, okkulte Geschehnisse zu untersuchen und mehr über den Mythos herauszufinden.

Bei allem Lob fällt bei der Lektüre auf, dass der Großteil der Verdammten europäische Wurzeln hat. Zwar gibt es einige People of Colour im Band, diese bleiben aber deutlich in der Minderheit. Dieser Umstand hängt sehr wahrscheinlich mit dem eher von weißen Menschen kontrollierten Gesellschaften in den USA sowie in der Weimarer Republik zusammen. Falls es künftig einen zweiten Band geben sollte, wären mehr Charaktere aus Südamerika, Afrika, Asien, Australien und generell mehr PoC aus aller Welt wünschenswert. Schließlich sind vor dem Mythos alle gleich, auch wenn H. P. Lovecraft das vermutlich anders bewerten würde.

Gruppen der Verdammnis

Ob geteiltes Leid gleich halbes Leid im Cthulhu-Mythos ist, bleibt eine zweifelhafte These. 99 Verdammte bietet aber einige Optionen, um gleich mehrere Persönlichkeiten im Band sinnvoll zu verknüpfen. Unter dem Titel Gruppenkonstellationen der Verdammnis finden sich mehrere mögliche Kombinationen unter den vorgestellten Investigator:innen, die zeitlich, räumlich oder inhaltlich gut harmonieren. Ein Beispiel ist „Vercottis verlängerter Arm“, bei dem alle Charaktere eine mögliche Verbindung zum Gangsterbos Dino Vercotti haben. Dieser ist in den USA der 1920er Jahre aktiv und kann bis zu sieben Investigator:innen rekrutieren, darunter auch einen Boxer und eine Juristin.

„Der Kamborner Klüngel“ hingegen ist in der vergessenen Universitätsstadt Kamborn anzutreffen, die ein eigens geschaffener Schauplatz für die 1920er Jahre in Deutschland ist. Hier sammeln sich um den Offizier Memmel einige Figuren, darunter eine Modezarin, eine Maskierte Rächerin oder ein Geistlicher.

Manche Charaktere haben bereits Kontakt mit schrecklichen Dingen gehabt …

Für Runden in der Gegenwart lassen sich aus den sieben möglichen Charakteren sechs zu einer schlagfertigen Truppe verbinden. Ziel dieser „West Coast Investigators“ in den USA ist es, seltsame Phänomene rund um den Mythos aufzudecken. Dafür kann sich die Profilerin Ayumi Yamada beispielsweise auf die Hilfe einer Alienforscherin oder einer Deprogrammiererin verlassen. Die Autoren regen im Band zusätzlich dazu an, eigene Kombinationen zu schaffen. Dazu finden sich in den Hintergründen mehrere Anknüpfungspunkte. Zwei Charaktere etwa sind eineiige Zwillinge – haben aber sehr unterschiedliche Professionen im Leben gewählt.

Erscheinungsbild

Das für den Test bereitgesellte Hardcover im A4-Format von 99 Verdammte passt optisch schön ins Regal zu den anderen Cthulhu-Bänden. Das Layout ist wie bereits beschrieben effektiv und auf die wesentlichen Punkte beschränkt. Durch den sich wiederholenden Aufbau finden Spielende wie Spielleitungen auch beim schnellen Blättern die nötigen Informationen. Für die Übersichtlichkeit wurde auf den Aufbau nach klassischen Charakterbögen verzichtet. Wer auf eine druckbereite Variante hofft, wird davon enttäuscht sein. Die Informationen können jedoch gut kopiert und auf Papier gebracht werden.

Die hübschen und historisch wirkenden Fotografien der Charaktere werten die Aufmachung des Bandes auf. Pins, Klebestreifen und Klammern bei den als Schmierzettel gestalteten Übersichten zur Ausrüstung sind ebenfalls eine nette Ergänzung. Ein Index sowie ein Lesebändchen helfen sehr, bei den 208 Seiten Inhalt den Überblick zu behalten. Alle Charaktere für eine Runde in der Gegenwart stechen farblich deutlich heraus mit einem blauen Grundton von den sonst bräunlich wirkenden Seiten des restlichen Buches.

Fazit

Die Erwartungen an den Zusatzband 99 Verdammte sind eindeutig: zahlreiche Charaktere präsentieren, mit denen sofort die neue Pen-and-Paper-Runde gestartet werden kann. Diese Aufgabenstellung wird problemlos erfüllt. Alphabetisch sortiert, einheitlich gestaltet und auf zwei Seiten zusammengefasst finden sich im Buch 99 spannende Persönlichkeiten, die auf ihren Einsatz warten. Auch Spielleitungen, die auf der Suche nach einem detaillierten NSC-Konzept sind, können hier schnell fündig werden.

Die Auswahl an Charakteren ist abwechslungsreich und erfreulich divers aufgestellt, was Geschlechter und mögliche Berufe angeht. Auch gesellschaftlich findet sich für alle Schichten etwas. Lediglich der Anteil an Charakteren ohne europäische Wurzeln könnte höher sein. Dieser Umstand ist angesichts des Fokus auf die USA und die Weimarer Republik als Herkunft aber nicht verwunderlich. Positiv sind die vielen Verknüpfungen der Charaktere in Gruppen, was den Start in ein Abenteuer erleichtert.

Die Fotografien vermitteln sofort ein Bild zu den Persönlichkeiten der Charaktere.

Abgerundet wird das Gesamtpaket durch ein solides Erscheinungsbild, bei dem der Fokus auf Übersichtlichkeit gesetzt wurde. Die Charakterbilder helfen dabei, ein Gefühl für die Person hinter den sinnvoll aufbereiteten Werten zu bekommen. Zudem gibt es für alle Investigator:innen eine kurze Hintergrundgeschichte, die oftmals einige spannende Wendungen enthält.



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