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Uncertain Faith $10.00 $8.70
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Uncertain Faith
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Uncertain Faith
Publisher: Schwalb Entertainment
by Roger L. [Featured Reviewer]
Date Added: 02/25/2017 07:37:10

http://www.teilzeithelden.de/2017/02/25/rezension-shadow-of-the-demon-lord-uncertain-faith-schwalb-entertainment/

Religionen haben die Macht, die Welt zu formen. In Augenblicken der Not und der Verzweiflung oder in Momenten größten Triumpfes wenden die Sterblichen ihre Augen oft gen Himmel. Und in einer Welt wie Urth, die unter dem Schatten des Dämonenlords leidet, kann der Glauben Seelenfrieden bringen…oder Kriege entfesseln.

Urth ist eine dunkle und bedrohliche Welt, in der die Völker der Sterblichen sich stets mit Tod und Hoffnungslosigkeit konfrontiert sehen. Sie leben ein Leben umgeben von finsteren, undurchdringlichen Wäldern oder zusammengedrängt in heruntergekommenen und windschiefen Hütten.

Entbehrungen und die Erkenntnis, dass alles Leben endlich ist, prägen den Alltag. In einer solchen Welt klammern sie sich an den kleinen Strohhalm der Hoffnung, den ihnen die Religion bieten kann.

Religionen in Urth

Die sterblichen Völker Urths haben eine Vielzahl an Religionen entwickelt, zu denen sie Zuflucht nehmen können. Eine Theorie besagt, dass die Religionen überwiegend entstanden, um mit dem Makel der Sterblichkeit zurecht zu kommen. Im Angesicht des stets präsenten Todes stellen sich natürlich die üblichen Fragen: Wo komme ich her? Was kommt danach? Wer bestimmt mein Schicksal.

Dabei haben die Völker Urths Antworten gefunden, die ungemein an popkulturell aufgearbeitete Versionen real existenter, irdischer Religionen erinnern. Denn auf knapp sechzig Seiten Quellenband findet sich ein Göttersammelsurium, das dem Leser seltsam bekannt vorkommt. Und dennoch gibt es immer wieder kleine überraschende Elemente.

Den Einstieg bilden die Alten Götter, die vor allem in ländlichen Regionen verehrt werden. In ihnen verehren die Menschen animistische Naturgestalten wie etwa den Gevatter Tod, Väterchen Frost, die Mondjungfer oder den Gehörnten. Diese urtümliche Religion erinnert an irdisches Druidentum, sie bietet den Gläubigen einfache Erklärungen für die Abläufe der Welt. So wechseln beispielsweise die Jahreszeiten, weil sich Väterchen Frost in einem Krieg mit der Sommerkönigin befindet. Die einzelnen Fraktionen sind jedoch stark zersplittert und auch unter den Anhängern einzelner Alter Götter kann es zu starken Auseinandersetzungen kommen.

Daher hat sich auch eine weitere Religion entwickelt, die der Hexen. Sie verfügt über eine eher geringe Anhängerschaft und vereint die einzelnen Alten Götter zu einem harmonischen Gesamtbild. In unserer realen Welt würden wir sie als neopaganistische Religion bezeichnen, die aus alten, traditionellen Überlieferungen ein komplexes und überlebensfähiges Ganzes zimmern möchte.

Dies ist natürlich auch notwendig, bedenkt man, dass diese Religionen sich gegen den Neuen Gott behaupten müssen, der das Imperium fest in seinem Griff hat. Dieser Neue Gott hat einst seine Gesandte Astrid (eine Figur, die grob an Johanna von Orleans erinnert) mit Visionen beglückt, die der religiösen Zwietracht und der Korruption im Imperium Einhalt gebieten sollten. Wurde Astrid auch von ihren Widersachern vernichtet, so gelang es ihr dennoch, den Glauben an den Neuen Gott mit seinen vier elementaren Wahrheiten im Imperium zu verbreiten.

Der Glaube lehrt, dass jedes Lebewesen eine Seele hat und sich in einem ewigen Rad der Wiedergeburten befindet. In dieser Religionsdarstellung wurde das Christentum mit einigen Lehren der großen fernöstlichen Religionen gekreuzt. Da Astrid, die Gesandte des Neuen Gottes, weiblichen Geschlechts war, ist auch der „Papst“ dieser Religion eine Matriarchin, die das Geschick der Kirche und ihrer Anhänger lenkt. Zur Seite stehen ihr dabei sieben Ritterorden.

Auch die nichtmenschlichen Völker haben ihre eigenen Religionen entwickelt. Das Volk der Zwerge kommt beispielsweise völlig ohne Götter aus. Stattdessen verehren sie die Geister ihrer verstorbenen Ahnen und bereiten ihnen besondere Altäre und Opferstätten. Der Ahnenkult ist so hoch angesehen, dass ein Priester dieses Kultes die gleiche Macht innehat, wie etwa ein Gildenmeister oder Fürst.

Der Glauben der Orks und Jotun erinnert an die nordische Mythologie. Der Allvater herrscht hier über das Pantheon der Dunklen Götter, denn er hat damals die Welt aus dem Schädel der kosmischen Kuh geformt. Blutkult und Opfergaben sind bestimmende Elemente des Glaubens an die Dunklen Götter.

Eine Reihe von kleineren und unbedeutenderen Gottheiten wird noch erwähnt. Unter ihnen findet sich der Teufel genauso wie der Dämonenlord, aber auch der Gott der Gnome. Außerdem findet der Spielleiter eine kleine Anleitung zum Entwickeln eigener Religionen und Kulte. Die Fluff-Texte sind insgesamt stimmig und atmosphärisch dicht.

Die Zauber

Neben den Beschreibungen der Religionen erwarten den Leser in Uncertain Faith auch eine ganze Reihe von Zaubern zu den Göttern und ihren Einflusssphären. Dabei wird aber enttäuscht, wer allzu viel erwartet. Denn zwischen praktischen und allgemein verwendbaren Zaubern wie Weihe oder Magie unterdrücken finden sich auch allzu viele Zauber, die stets den Titel Anrufung des… tragen und damit auf eine einzige Gottheit festgelegt sind.

Im Bezug auf die Machtbalance wirken die Zauber nicht übertrieben, sodass nicht zu befürchten ist, dass dieser Band das Gleichgewicht am Spieltisch massiv stört.

Artefakte

Ein weiterer zentraler Abschnitt des Buches beschäftigt sich mit Artefakten. Hier wird dem Spielleiter mit einer erschlagenden Vielzahl von Reliquien ein Schatz an Abenteuerideen an die Hand gegeben. Die Artefakte passen stimmig zu den jeweiligen Gottheiten und reichen vom prophetischen Auge des Sehers über den Speer der Dämmerung, mit dem einst der Hexenkönig getötet wurde und den Hammer des Steinkönigs, den die Zwerge zutiefst verehren, bis zum Kelch der Tugend, den die heilige Astrid einst vom Neuen Gott erhielt und der wohl dem heiligen Gral sehr nahekommt.

Abenteuer

Den Abschluss des Buches bildet ein Kurzabenteuer, dass mich von seiner Thematik und Atmosphäre sehr angesprochen hat. Denn es zeigt, wie trügerisch das Verständnis von Religion und ihren Phänomenen in einer Welt sein kann, die so massiv wie Urth von dunkler Magie und dämonischen Mächten durchzogen ist. Das Abenteuer richtet sich an Einsteiger. Die Charaktere werden auf ein Wunder aufmerksam, denn in einem Tempel des Neuen Gottes beginnt die Statue der heiligen Astrid plötzlich, Blut zu weinen. Die Gläubigen schweben zwischen Verunsicherung, Angst und Euphorie. Es ist nun an den Spielercharakteren, dieses Phänomen zu untersuchen und den Dämon zu enttarnen, der sich in der Maske der Heiligen auf der Jagd nach den Seelen der Sterblichen befindet. Das Abenteuer ist sehr schön geschrieben und entbiehrt auch nicht des gewissen Augenzwinkerns, dass Shadow of the Demon Lord so sympathisch macht.

Erscheinungsbild

Grundlage der Rezension ist die elektronische Ausgabe des Bandes Uncertain Faith. Die sechzig Seiten, die das Werk umfasst, sind durchweg ansprechend gestaltet und vollfarbig. Als Hintergrund des Textes dient altes Pergament, was sicherlich nicht neu, aber in diesem Kontext stimmig ist. Die Illustrationen, mit denen das Buch immer wieder angereichert ist, sind qualitativ sehr hochwertig, effektvoll und passend eingesetzt. Struktur und Gliederung des Buches sind klar, die Unterteilung in die einzelnen Abschnitte deutlich. Ein Glossar am Ende des Buches hilft beim schnellen Nachschlagen. Einzig die gebrochene Fraktur als Überschriftentyp sagt mir nicht zu. Hier leidet die Lesbarkeit zu Gunsten des Designs.

Fazit

Uncertain Faith bietet einen tiefen Einblick in Religion und Götterkult der Welt Urth. In einer Welt voller Krieg, Magie und Verzweiflung bietet der Glauben den Sterblichen einen kleinen Schimmer der Hoffnung. Die Religionen von Urth werden dem Leser vielfach bekannt vorkommen, da sie in erster Linie eine Neukombination oder popkulturelle Überspitzung bekannter, irdischer Glaubenssysteme sind. Diese Kombination ist aber sehr gelungen und passt zur Atmosphäre von Shadow of the Demon Lord.

Der 60-seitige Band bietet zudem neue, auf die Religionen abgestimmte Zauber, sowie einen reichen Schatz an Reliquien und Artefakten. Das durchaus gelungene kleine Einstiegsabenteuer, das Uncertain Faith abrundet, ist für niedrigstufige Charaktere gedacht und lässt den Einfluss, den Religion auf das Leben in Urth hat, spürbar werden.

Uncertain Faith bietet nichts bahnbrechend Neuartiges, das den Rollenspielbereich revolutionieren wird, sondern kombiniert altbekannte Elemente geschickt neu. Damit reiht es sich perfekt in die Publikationen von Shadow of the Demon Lord ein, die eher durch inhaltliche Stimmigkeit als durch größte Kreativität zu bestechen wissen.



Rating:
[4 of 5 Stars!]
Uncertain Faith
Publisher: Schwalb Entertainment
by Gwilym J G. [Verified Purchaser]
Date Added: 07/26/2016 05:28:06

Excellent supplement to the core game. In my opinion the most useful to have beside the Companion as it fleshes out the various religions which are a key part of the game and expands options for priests. Well illustrated too!



Rating:
[5 of 5 Stars!]
Uncertain Faith
Publisher: Schwalb Entertainment
by Matías C. [Verified Purchaser]
Date Added: 07/11/2016 19:15:21

Probably one of the best supplements for SotDL so far. The Old Faith chapter alone could have been a supplement on its own, since it has profiles and rules for each Old God's Priests.

Also, as visual design goes, this book is the prettiest so far, and the artwork very evocative.



Rating:
[5 of 5 Stars!]
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