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V20 Children of the Revolution $14.99
Publisher: Onyx Path Publishing
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 06/04/2013 05:44:13
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n.de

Der Neustart von Vampire:The Masquerade (VtM/V20) hat zwar für Furore gesorgt, aber bereits der Kickstarter zur ersten Erweiterung – dem Companion – hat in seinen Ergebnissen viele Unterstützer enttäuscht. Werfen wir nun einen Blick in den nächsten Band der Veröffentlichungslinie. Children of the Revolution bringt achtzehn Kainskinder mit sich. Alle sind auf die eine oder andere Art in laufenden Revolutionen, seicht oder aggressiv, erschaffen worden. Ist diese NSC-Sammlung wertvoll oder doch nur Geldmacherei? Who’s who among the Damned und Childen of the Inquisition hatten beschränkten Nutzen, aber brachten viele erweiternde Informationen für Spielleiter mit sich. Ist das nun hier auch so? Finden wir gar etwas so anderes wie Ferox, den Gargylen mit wahrem Glauben?

Erscheinungsbild

Das vorliegende Rezensionsexemplar ist ein englischsprachiges PDF. Erscheinungsbild und Aufbau ähneln vorherigen Veröffentlichungen der Spiellinie – das Frontcover in grünem Marmor hinterlegt, zentral aufgehübscht von Artwork von Timothy Bradstreet, eben der Illustrator, der VtM seinem so bekannten Stil verliehen hat. Das Innenleben wirkt in Sachen Farbgebung pergamentartig und ist umrahmt von den ebenso typischen schwarzen Zierlinien, die an ein schmiedeeisernes Tor erinnern.

Während die einleitenden Worte noch in schwarzweiß gehalten sind, ändert sich das triste Layout, wenn es zu den NSCs kommt. Ein jeder von ihnen ist mit einer vollfarbigen Illustration bestückt und die dazugehörigen Texte sind hübsch auf beigem Grund mit zinnoberrotem Zierrahmen aufbereitet.

Das Inhaltsverzeichnis ist anklickbar, was zu erwarten ist heutzutage bei einem PDF-Produkt, es fehlt aber der Aufbau in Schichten/Layers zum Druckerpatronen-freundlichen Ausdruck zuhause.

Zugegeben, das Buch macht bereits jetzt einen besseren Eindruck als das fast überflüssige Companion, aber wird man es oft benutzen können? Schauen wir doch näher hinein. Tippfehler fand ich im Übrigen schon, aber es waren sehr wenige und sie wirkten sich nicht störend aus.

Inhalt

Das Quellenbuch wird eingeleitet von einer umfangreichen Liste, wer alles den Kickstarter auf welchem Level unterstützt hat, aber das will uns nicht interessieren. Reizvoller sind da schon die Worte zu den einzelnen Clans, welche Bedeutung Revolutionen für sie haben und weswegen sie zu diesen Zeiten gezielt neue Vampire erschaffen. Eine Überraschungen oder zuvor so nicht oft durchdachte Implikationen schwingen in diesem Kapitel mit. Welches Faible sollten die Tremere für Revolutionen haben? Offenbar keine – aber bedenkt man, dass diese ehemalige Blutlinie einen kompletten Clans ausgerottet hat, sich dann als Retter der Vampirschaft dargestellt hat und nun einer der führenden Clans der Camarilla ist, werde die Zusammenhänge und Zeitskalen deutlich. Interessant sind vor allem die Ausführungen zu den herrschenden Clans Ventrue, Tremere, Toreador, Lasombra und Tzimisce. Hier können sich Spieler am ehesten bedienen, wenn es darum geht, einen Hintergrund für einen neuen Charakter zu erschaffen.

Immerhin haben wir jüngst erst einige Revolutionen gesehen, deren endgültiges Ergebnis noch nicht klar ist. Als Beispiel nenne ich den arabischen Frühling. Als Merkmal der gesamten V20 herausstechend – und so auch hier – ist die direkte Bezugnahme auf (fast) aktuelle weltpolitische Ereignisse.

Danach geht es auch direkt los mit den NSCs. Von „ja, nette Idee, den kann ich verbauen“ bis zu „Gott, was eine cheesy Mary Sue ist das denn??“ finden wir hier alles. Ich gehe kurz ins Detail.

• Lados: The Lion of Bactria – ein Malkavianer aus dem antiken Griechenland. Ungewöhnlich niedrige Auspunktung für White Wolf/Onyx Path-NSCs dieses Alters. Ein etwas anachronistischer furchtloser Soldat mit einem Herz für die vom Schicksal befleckten. Recht uninteressant. • Lizette Cordoba: The Poet of the People’s Occupation –Eine Toreador mit direktem Bezug zu aktuellen Ereignissen, entstammt sie doch der Occupy Bewegung. Einer der Charaktere, der noch am ehesten in einer Kampagne zu verbauen ist. • The Nabataean: Pawn of Ancients – Ein Lasombra, der zwischen den Fronten von Camarilla und Sabbat steht und seine Probleme hat, sich in der aktuellen Welt zu Recht zu finden. Der Fokus auf seinen Erschaffer ist sehr hoch und durchzieht sein Streben. Nicht uninteerssant • Svein Fortinbras: Azrael – Satanischer-Vikinger-Setit. Oder auch einfach ein Mitglied einer Black Metal Band, im Krieg mit der Leopoldsgesellschaft und dem Rest der Welt. • Lady Margaret Willoughby: Keeper of the Lost Secret – Das ist ein so ungewöhnliches Konzept, dass es mir auf Anheib gefiel. Es wirkt nur auf den zweiten Blick etwas schwach. Lady Margaret ist eine Tremere, die Gefangene des Sabbat war und nun dort bleibt, da sie nichts anderes mehr kennt. • Meixiu: The Black Dragon Princess – Eine der Nekromantie begabte Malkavianerin asiatischen Ursprungs, die auf Suche nach einem legendären Buch ist, dem Bái Zé T. Klingt zuerst sehr cheesy und unnötig, hat aber interessantes zu bieten. • Edgardo Robbia: The Robber – Der waffendealende Brujah, der Sabbat, Camarilla und Anarchen gegeneinander aufhetzt, um noch mehr zu verkaufen. Coole Idee, aber meiner Auffassung der World of Darkness nach nicht von besonders langer Existenzdauer geprägt • Dastur Anosh: The Seraph Dying & Reborn – Ein Assamit, uralt, sehr mächtig, ehemaliger Seraph der schwarzen Hand, mit Feinden in der Tal’MaHera, der seinen eigene Vernichtung vortäuschte und sich nun verstecken muss. Leider zu wenig Informationen über Karsh und Jalan-ajav • Laurette Morel: The Coquette of Cannes – Eine Toreador aus der Kino/Filmbranche, mit einer Vorliebe für morbides Material auf der Leinwand. Ob das mit ihrer nekromantischen Begabung zu tun hat? • MaryAnn Fletcher: The Hangman’s Bride – Das ist eines der interessanteren Konzepte, mit denen ich mir vorstellen könnte, eine eigene Spielrunde zu terrori… äh...bereichern. Die Nosferatu, die in den Nachwehen des Gunpowder Plots erzeugt wurde, hat das Potential, zu einem echten Schrecken zu werden. • Nasch the Circassian: Serpent Among Kings –Ein Ventrue, der seinen Clan für die Setiten verriet und nun in Furcht vor den Folgen seines Handelns existiert. • Marc de Brabant: Shadow Prince Apostate – Ein Gangrel –Mönch. Habe ich so auch noch nicht gesehen, wieso nicht. Dennoch leider eher uninteressant • Cheese-Alert! Roderigo al-Dakhil: Lich of the Dead City – Ein Nagaraja (!), der es alleine schaffte, den Sabbat von seinem ursprünglichen Zweck fort zu lenken und ihn zu den unkoordinierten und von innerem Zwist zerfressenen Haufen zu machen, der er jetzt ist. • Andrew Seneca: Emissary of Lies – Das Konzept fand ich wiederum sehr interessant. Es handelt sich um einen Ventrue, der als Mensch in der Sklaverei geboren wurde und als Vampir vehement dagegen kämpfte, anderen farbigen Sklaven die gleichen Rechte wie allen Amerikanern zu geben. Onyx Path beschreibt mit der nötigen politischen Korrektheit. Ich denke, dieser NSC ist wirklich verwertbar. • Jaromir Cerny: The Judas of Prague – Wieder etwas mit näherem Zeitbezug – der Old Clan Tzmisce (!) hat sein ganzes Leben in der ehemaligen Tschechoslowakei dafür gearbeitet, den Kommunismus zu stürzen. Als Vampir dann endlich schaffte er es. Allerdings wird er heutzutage von der Camarilla gejagt. • Colm Oliver: Autarkis at Large – Total uninteressanter Brujah, wirkt fast etwas wie eine Persiflage • Esperanza Lucifer: The Devil’s Darling – Weiterblättern. Schnell. Eine Lasombra-Piratin, die eine Legende ist und sich wie eine verhält. Großflächiger Mary-Sue Charakter in der schlimmsten Interpretation. • Apacia: The Queen of Tombs – Eine Kappadozianerin auf Seiten des Sabbat mit Fingern tief in der organisierten Kriminalität. Das Artwork passt überhaupt nicht zur Beschreibung. Die Verbindungen mit Sascha Vykos sind durchaus interessant. Dank ihres extrem hohen Alters könnte sie als Erzantagonistin herhalten.

Wie wir sehen, ist die Bandbreite enorm hoch. Ich betrachte das Buch generell als nett zu lesen, nett zu haben, aber keinesfalls als eines der Bücher, die man zwingend braucht.

Mit etwas innerer Unruhe sehe ich auf die Veröffentlichungspipeline von Onyx Path und erschrecke vor der Erinnerung, wie viel White Wolf damals auf den Markt geworfen hat und was dort bereits alles angekündigt ist.

Da bleibt mir nur die Hoffnung, dass es nicht zu einem Ausrutscher wie Havens of the Damned („Schöner wohnen für Vampire“) kommt…

Preis-/Leistungsverhältnis

Für ein Buch, was einen durchwachsenen Qualitätsstandard hat, bin ich erschrocken vom Preis. Vor allem irritiert mich, dass der Beitrag zum Kickstarter für das PDF höher war als das, was man nun bei DTRPG bezahlt.

Meinem Empfinden nach würde ich den Preise deutlich senken, mindestens um 4 USD. Wie bereits geschrieben, ist es eines der Bücher, die man haben kann, aber nicht muss. Keinesfalls.

Fazit

Wir finden im Children of the Revolution eine Sammlung von achtzehn Kainskindern, deren Konzepte sehr unterschiedlich sind. Leider bezieht sich das auch auf Qualität und Verwertbarkeit. Einige NSCs sind schlicht unnötig, gar dreist. Andere können sehr gut in kommenden oder laufenden Kampagnen verwertet werden.

Leider wurde die Tradition der hohen Qualität von Who’s who among the Damned und Childen of the Inquisition nicht gehalten. Während in den beiden Büchern noch durchaus hochwertige Mover & Shaker beschrieben wurden, weist diese Spielhilfe fast nur Charaktere auf, die unter ferner liefen laufen würde. Ich bin etwas enttäuscht.

Wer NSCs sucht und deren Werte, kann sich deutlich besser an die diversen … by Night Quellenbücher halten. Abgesehen davon ist das Buch so wenig verwertbar, dass es einfach zu teuer ist, hübsches Artwork hin oder her.

Bonus/Downloadcontent

Uns ist kein weiterer kostenloser Content bekannt.

Unsere Bewertung

Erscheinungsbild 4/5 Stimmig mit dem Rest der Linie, das NSC-Artwork ist oft überdurchschnittlich Inhalt 3.5/5 Achtzehn NSCs von sehr wechselnder Qualität Preis-/Leistungsverhältnis 2/5 Einfach deutlich zu teuer für den sehr beschränkten Nutzen. Gesamt 3.16/5



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[3 of 5 Stars!]
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V20 Children of the Revolution
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